Nomadland (der Film)

Fern ist eine Frau mittleren Alters, der Ehemann verstorben, die Heimatstadt aufgelöst, nachdem der sie am Leben haltende Betrieb schloss. Nun tingelt Fern als Nomadin in einem ausgebauten Van durchs Land, von einem Gelegenheitsjob zum anderen. Dabei bewegt sie sich in einer ganzen Nomadengemeinschaft. Menschen, die wie sie als Wanderarbeiter leben, sich immer wieder unterwegs treffen und gegenseitig unterstützen.

Die Arbeitsbedingungen bei Amazon zeigt mir Chloé Zhao nicht kritisch genug, da erzählt die Sachbuchvorlage von Jessica Bruder ganz anderer Geschichten, aber was sie wirklich gut einfängt, ist die Würde dieser Menschen, die zu erhalten sie hart kämpfen in einem System, das darauf ausgerichtet ist, sie ihnen zu nehmen. Doch sie sind nicht obdachlos, nur ohne Haus. Sie haben sich aus den unterschiedlichsten Gründen für dieses fragile Leben, in dem jeder Platten oder Motorschaden lebensbedrohlich werden kann, mehr oder weniger freiwillig entschieden.

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Fern könnte bei ihrer Schwester leben oder bei der Familie ihres von David Strathairn gespielten Freundes Dave. Doch sie kann es doch nicht. Erst konnte sie nicht von ihrem verstorbenen Mann loslassen, blieb im Ort, den er so geliebt hat, wohnen, bis es nicht mehr ging. Jetzt zieht diese noch immer tief von Trauer ergriffene Frau einsam und doch in einer Gemeinschaft umher, in der es kein »Final Goodbey« gibt, sondern nur ein »See you down the road«.

Die Menge an vielfältigen Tätigkeiten, die sie dort verrichtet und die alle »untrained jobs« gelten, ist erstaunlich, im Prinzip ist sie ein Tausendsassa, aber es sind auch alles Knochenjobs. Doch Fern versteht es, diese harte Arbeit mit kleinen Annehmlichkeiten zu verbinden, und lässt keine Naturattraktion aus, an der sie vorbeikommt, und erkundet so die Schönheit des Landes abseits der Menschen.

Zhaos Porträt dieser Nomadengemeinschaft ist ein liebevolles und optimistisches, das nicht auslässt, welche Härten diesen Menschen im Leben widerfahren sind. Sie zeigt Menschen, die sich mit Stolz und Würde kleine bewegliche Inseln der Zufriedenheit geschaffen haben, eine kleine Parallelwelt, die im großen System verankert ist, sich ihm aber doch widersetzt. Frances McDormand spielt diese Frau mit spröder Anmut, selbst wenn sie dringend eine Notdurft an ungemütlichen Orten verrichten muss. Weder Zhaos bester noch schönster Film, das dürfte »The Rider« sein, aber doch ein Kleinod, das faszinierende Einblicke in eine ganz besondere Gemeinschaft gewährt.

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